04.07.10
Mehr als jeder zweite Autofahrer sitzt bei der Fahrt in den Urlaub zu lange am Steuer, wie eine Umfrage der Prüforganisation Dekra AG unter 1.700 Autofahrern ergeben hat. Das erhöht das Risiko von Unfällen durch Übermüdung und Unaufmerksamkeiten.
Wenn es auf Urlaubsreisen geht, wollen die Deutschen laut Dekra am liebsten jede Minute zur Erholung nutzen. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, wolle in der Regel möglichst schnell und ohne große Unterbrechungen ankommen.
Alle zwei Stunden 15 Minuten Pause
Dies ist nach Angaben der Prüforganisation jedoch alles andere als sinnvoll, um das Ziel entspannt und vor allem sicher zu erreichen. Denn meist werden nicht oft genug Pausen eingelegt. Die Dekra-Experten raten alle zwei Stunden zu einer 15-minütigen Unterbrechung der Fahrt.
Dies ist sinnvoll, da anderenfalls die Konzentration nachlässt. Wichtig sei es vor allem, sich bei längeren Strecken nur gut ausgeruht ans Steuer zu setzen „und das biologische Tief in der Zeit zwischen Mitternacht und Morgen zu meiden“. Bei ersten Anzeichen von Müdigkeit solle man bei nächster Gelegenheit anhalten und sich ausruhen, so ein weiterer Tipp.
Jeder Zweite fährt länger
Doch daran hält sich nach einer aktuellen Umfrage nicht einmal jeder zweite deutsche Urlauber. Denn 53 Prozent der Autofahrer machen bei einer Urlaubsfahrt erst nach drei Stunden oder länger überhaupt eine Pause. Jeder Achte legt sogar erst nach vier Stunden oder später eine Rast ein.
Durch diese gängige Praxis gefährde man nicht nur sich und die Mitreisenden, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer, so die Organisation. Insbesondere bei jüngeren Fahrern sei dieses Phänomen zu beobachten.
Diese „steigen unter Umständen nach der Arbeit ins Fahrzeug, fahren los auf langen Strecken und sind häufiger auch dazu geneigt, Nachtfahrten anzutreten, die ja ein größeres Risiko für das Einschlafen und die Übermüdung bieten“, beschreibt Jörg Ahlgrimm, Leiter der Dekra-Unfallforschung, die Umfrageergebnisse. Ältere Fahrer hingegen würden aufgrund ihrer Fahr-Erfahrung in der Regel die Fahrt früher unterbrechen.
Zwischenstopps vor Reisebeginn planen
Weitere Gefahren kann man durch eine vernünftige Reiseplanung vermeiden. So rät Ahlgrimm, sich bereits vor der Fahrt Gedanken über die Zwischenstopps zu machen. Weiterhin empfiehlt er, bei den Pausen nur leichte Nahrung einzunehmen wie etwa Obst, frische Dinge und Mineralwasser. Schwere Mahlzeiten hingegen führten „besonders stark zu einer Übermüdung, insbesondere in der ersten Stunde nach der Nahrungsaufnahme“, so der Experte weiter.
(verpd)
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